Das Wirtschaftsmodell des 20. Jahrhunderts muss überwunden werden, denn im 21. Jahrhundert bedarf es eines Wirtschaftsmodells, das Antrieb für eine neue Gesellschaft von Gleichberechtigten gibt, wo es keine Ausgeschlossenen gibt. Wir brauchen ein neues politisches Modell: die revolutionäre Demokratie, aufbauend auf einer partizipativen Demokratie, in der das Volk der Protagonist, der Haupthandelnde in der politischen Arena ist und nicht eine Elite, die »das Volk« repräsentiert: Die repräsentative Demokratie endet immer in einer Demokratie der Eliten und damit in einer falschen Demokratie [...]
Wenn wir jetzt nicht die Richtung der Welt in diesem Jahrhundert ändern, denke ich, dass der Satz von Karl Marx [gemeint ist »Sozialismus oder Tod« ergibt sich aus den vorangegangenen Absatz, Anmerkung von Mr.D.] heute mehr Gültigkeit denn je besitzt, eine dramatische Gültigkeit. Es bleibt uns fast keine Zeit mehr:
Sozialismus oder Tod - aber wirklicher Tod der menschlichen Spezies. Tod des Lebens auf dem Planeten Erde, weil der Kapitalismus das Leben auf dem Planeten vernichtet, das ökologische Gleichgewicht vernichtet. Die Pole schmelzen ab, die Meere wärmen sich auf, die Kontinente werden überschwemmt, die Wälder und Regenwälder zerstört, die Flüsse und Seen trocknen aus. Der zerstörerische Entwicklungszwang des kapitalistischen Modells vernichtet das Leben auf dem Planeten. Ich glaube, es heißt für uns: jetzt oder nie.
Hugo Chávez Auszug aus seiner Rede "Für den antiimperialistischen Kampf der Völker" auf dem VI. Weltsozialforum in Caracas am 27.1.2006, Original der Rede gibt es -->hier.
Die deutsche Übersetzung findet sich auszugsweise in dem Buch "G8: Gipfel der Ungerechtigkeit. Wie acht Regierungen über sechs Milliarden Menschen bestimmen"