Das war der Gipfel -Freitag 8.6.07-
Das war der Gipfel -Samstag 2.6.07-
Das war der Gipfel -Sonntag 3.6.07-
Das war der Gipfel -Montag 4.6.07-
Das war der Gipfel -Dienstag 5.6.07-
Das war der Gipfel -Mittwoch 6.6.07-
Das war der Gipfel -Donnerstag 7.6.07-
Der heutige Tag steht bei uns aus Plauen im Zeichen der Abfahrt. Wir verstauen unser kleines Zeltlager mit unseren Fahnen, Campingausrüstung usw. im Auto.
Quelle:privat (Theresia)
Wir anderen werden 12.33 Uhr mit dem Regionalexpress nach Hause fahren. Leider können wir deshalb die Abschlusskundgebung nicht mehr besuchen. Nach einer letzten polizeilichen Kontrolle am S-Bahnhof, man gewöhnt sich an alles, erreichen wir pünktlich unseren Zug, als wir einsteigen kommt gerade ein Zug aus Bad Doberan an, dem lautstark 1000 Protestierer entsteigen. Bis Berlin ist der Zug sehr voll, dann wird es besser, leider hat der Zug bis Lutherstadt Wittenberg soviel Verspätung, dass der Anschlusszug weg ist. Also Pause, wir kommen mit dem Imbissbesitzer am Bahnhof ins Gespräch, er erklärt sich solidarisch mit unserem Protest. dann geht es weiter und nach umsteigen in Leipzig erreichen wir mit Verspätung 22.30 Uhr Plauen.
Resümee:
Dies war für mich eine megageile Woche. Die Zivilgesellschaft hat gezeigt, welche bedeutsame Macht sie im Ringen um eine menschenwürdige, solidarische Welt ohne Kriege, Hunger und Armut darstellen kann. Ich möchte hier die Zusammenfassung von Werner Rätz (Attac) zitieren, der auf der Abschlusskundgebung am Freitag folgende Worte findet:
„Diese Woche in Rostock und Heiligendamm hat die politische Welt verändert. Wir haben die größte globalisierungskritische Massenmobilisierung erlebt, die es in Deutschland je gegeben hat. Sie wurde organisiert von einem Bündnis, in dem Großorganisationen keine wichtige Rolle spielten. Wir verfügten über keinen Apparat und keine Finanzstruktur.
Dafür war die inhaltliche Spannbreite sehr weit. Sie reichte vom Rand der institutionellen Kirche bis weit in die radikale Linke. Mit Greenpeace oder der Interventionistischen Linken brachten sich Organisationen und Strömungen in die Zusammenarbeit ein, die das bisher eher nicht getan haben.
Bestimmt 20.000 Aktivistinnen und Aktivisten haben bei der Aktionswoche mitgemacht. Sie haben nicht nur ihre Bereitschaft gezeigt, Grenzen zu überschreiten und massenhaft Widerstand und Zivilen Ungehorsam zu praktizieren, sie haben auch eine bewundernswerte Ruhe und Verantwortlichkeit angesichts der provozierenden Polizeistrategien gezeigt.
Mit dieser Bewegung wird zukünftig zu rechnen sein.
Gleichzeitig haben die G8 erneut gezeigt, dass sie keinerlei Lösungen für die Probleme der Welt anzubieten haben. Ein Klimakompromiss, der nochmals vom schon zweimal reduzierten Mindestziel nach unten abweicht und der nicht einmal beschlossen wurde, sondern nur erwogen wird – das ist ein Witz! Wie diese ganze Veranstaltung.
(...) Das alles zusammen verstärkt die Legitimationskrise der G8. Die Damen und Herren sind empfindlich geworden. Sie wollen sich den Protest vom Leib und aus den Augen halten. Das ist ihnen hier nicht wirklich gelungen. Da wird auch die Verlegung auf Flugzeugträger oder einsame Inseln nichts nützen. Die G8 sind überflüssig. Heiligendamm 2007 wird ein dicker Sargnagel in der Geschichte ihrer Beerdigung gewesen sein.“
Links:
Zusammengefasst: Die Lügen, die während des G8-Gipfels durch die Medien geisterten
Filmbericht von der Abschlussdemo bei G8-TV
Der G8-Gipfel in den Mainstream-Medien (Linksammlung Teil 1)
Die Arbeit des Ermittlungsausschuss/Legal Team (Auswertung)
Resümee des Komitees für Grundrechte und Demokratie aus den Demonstrationsbeobachtungen während der Proteste gegen den G8-Gipfel















Die Überraschung ist perfekt, wir haben die Polizeikräfte mit ihren Fahrzeugen eingeschlossen. Die Blockadeleitung verhandelt mit der Polizei und nach einem Delegiertentreffen der Bezugsgruppen wird beschlossen ihnen freien Abzug zu gewähren, wenn im Gegenzug ein Lautsprecherwagen unserer Leute in die Blockade mit hinein darf.
Hier überschlagen sich die Ereignisse. Unser Zug stockt, rechts eilen an uns 3 Hundertschaften Polizei (2xgrün und 1x schwarz) vorbei, Hubschrauber über dem Gelände verbreiten einen ohrenbetäubenden Lärm. Niemand weiß zu diesem Zeitpunkt so richtig, was los ist. Schnell macht folgende Nachricht die Runde, Autonome und Polizeikräfte liefern sich "Gefechte", es werden Steine und heraus gebrochene Gehwegplatten geschleudert, die Polizei geht keilförmig in den Demozug, der vom Bahnhof kam, Schlagstöcke und Pfefferspray kommen zum Einsatz. 

