Das war der Gipfel -Mittwoch 6.6.07-
Zuerst die obligate Linksammlung für Neueinsteiger zu den Beiträgen über die vorangegangenen Tage:
Das war der Gipfel -Samstag 2.6.07-
Das war der Gipfel -Sonntag 3.6.07-
Das war der Gipfel -Montag 4.6.07-
Das war der Gipfel -Dienstag 5.6.07-
Früh 6.00Uhr wecken und Frühstück. H. fährt den ersten Teil der Gruppe nach Punkt B, also Admannshagen wo eine Mahnwache als Treffpunkt der Blockadeteilnehmer vom Camp Rostock angemeldet ist. Von unterwegs der Anruf, Auto wurde gestoppt, Festnahme befürchtet, der Rest der Gruppe solle mit der S-Bahn den anderen Weg über Lütten Klein benutzen. In Lütten Klein angekommen, Anruf: 45 min. in Kontrolle aufgehalten, versucht anderweitig zum Treffpunkt zu kommen. Wir fahren mit einem anderen Auto mit. Unser Logistikfahrzeug fährt dafür andere Teilnehmer zum Punkt B. Nach Polizeikontrolle in Admannshagen erreichen wir dann den Sportplatz, der Ort der angemeldeten Mahnwache. Hier treffen immer mehr Teilnehmer der "Mahnwache" ein, auf Anfrage einer Polizeibeamtin, die uns an einer Sperre unterwegs kontrollierte, was das Thema sei, meinte L. trocken, wir würden gegen die Verschmutzung der Warnow protestieren.
Es werden immer mehr auf dem Sportplatz…Menschen zu Fuß in kleinen Gruppen, als Marschblöcke, in Bussen… ich schätze, dass es ca. 2-3000 sein werden.
Dann die Durchsage "Die Sahneschnittchen zu den Punkten". Spannung liegt in der Luft…Fahnen in blau, rot, gelb und hellblau) werden hochgehalten, (der 5.Finger, orange wird den anderen zugeordnet) sind Treffpunkt für die einzelnen eingeteilten Bezugsgruppen. Dann geht es los, ein Marschblock biegt sofort in die Felder ab, wird von Polizei verfolgt, die anderen Blöcke nehmen die Strasse, Polizeikräfte blockieren, diese werden durch abbiegen in die Felder umgangen, ein Katz- und Maus-Spiel beginnt, es steht 1:0 für uns.
Polizei gibt die, nun sinnlose Sperre auf, zieht sich zurück, wir vereinigen uns wieder bei Admannshagen-Ausbau und ziehen in Richtung Steinbeck, hier sehen wir in der Ferne schon starke Polizeikräfte mit Wasserwerfer auf der Ortsverbindungsstrasse nach Neu-Rethwitz. Nun kommt die 5-Finger (eigentlich in diesem Fall 4-Finger-)Taktik zum Tragen. Die einzelnen Blöcke marschieren gespreizt wie die Finger einer Hand auf die Kette zu.
Diese kann die Sperre auf der gesamten Breite nicht halten und zwei Marschblöcke können in Formation die Strasse überqueren. Wir stehen den stärksten Polizeikräften gegenüber, binden diese. Da links das Auseinanderziehen wegen der Ortschaft Neu-Rethwisch nicht möglich ist, an der rechten Flanke Polizeikräfte im Feld agieren, marschieren wir auf die Sperre zu, auf Signal spreizen sich die Glieder unseres Fingers, dann die Bezugsgruppen in den Gliedern und schließlich die Bezugsgruppen selbst, so dass wir in breiter Front auf die Sperre, teilweise mit erhobenen Händen zugehen. Empfang mit Wasserwerfer, es werden Tränengasgranaten geworfen und als wir uns immer noch nicht aufhalten lassen, wird Pfefferspray aus nächster Nähe gegen uns eingesetzt.
Nur wenige schaffen es die Sperre zu überwinden, aber wie ich später einem Reporter ins Mikro sage, weil wir hier die Kräfte gebunden haben, schafften es die anderen und nur die Mission ist wichtig! Ich werde von einem Sanitäter behandelt, er empfiehlt mir eine Baumgruppe im rückwärtigen Raum. Hier treffen dann noch 3 weitere Mitglieder unserer Bezugsgruppe "Palme" ein, 2 davon ebenfalls von Pfefferspray getroffen. Komplett werden wir, nachdem die Polizei einen Kessel auf freiem Feld aufgibt und mit 6 Hubschrauber, die im Feld landen, abfliegt. Wir beraten und beschließen dem Tross zu folgen. Die Polizei ist abgezogen, der Weg ist frei und wir beeilen uns die anderen einzuholen. In der Ferne sehen wir schon die Überwindung der nächsten Sperre, auch hier Wasserwerfer im Einsatz. Als wir die Strasse erreichen ist auch hier die Polizei abgezogen und wir holen den roten Marschblock nach einer Weile ein. Nun schwenken wir 90° und marschieren auf Börgerende zu. Die dortigen Polizeikräfte leisten nur noch wenig Widerstand und so wie wir die Strasse, unser Ziel (Punkt C) erreichen, setzen wir uns nieder.
Die Überraschung ist perfekt, wir haben die Polizeikräfte mit ihren Fahrzeugen eingeschlossen. Die Blockadeleitung verhandelt mit der Polizei und nach einem Delegiertentreffen der Bezugsgruppen wird beschlossen ihnen freien Abzug zu gewähren, wenn im Gegenzug ein Lautsprecherwagen unserer Leute in die Blockade mit hinein darf.
Wir richten uns für länger ein, Polizei provoziert noch ein paar Mal mit Aktionen, eine Teilblockade wird geräumt und schließt sich der Hauptblockade an… aber insgesamt verläuft es relativ ruhig.
Kulturgruppen treten spontan auf, Anwohner versorgen uns mit Trinkwasser.
23.00 Uhr steht die Frage, bleiben oder am nächsten Tag wieder kommen. Hintergrund ist, dass Blockadeverantwortliche am Ende ihrer Kräfte sind… ca. 600 Blockier bleiben, über 1000 ziehen nach langwierigen Verhandlungen mit der Polizei als Demozug über die Strasse nach Rostock! Von unserer Gruppe wollen 3 bleiben und drei mit ins Camp.
Meinem Auge geht es nicht so gut, die Bindehaut ist entzündet, wir rufen im Camp an, ziehen über die Felder nach Nienhagen und werden dort mit dem Auto abgeholt. Wir haben noch den Auftrag einen Verletzten unterwegs aufzunehmen, am Treffpunkt ist aber niemand mehr.
Nach einem Besuch der Sanistation im Camp, das Auge wird gespült, liegen wir gegen 1.30Uhr totmüde aber zufrieden in unseren Schlafsäcke.
Links:
Der Film bei G8-TV zu unserer Blockade: -->hier
- sammeln in Admannshagen und Abmarsch
- erste Polizeisperre
- zweite Polizeisperre
- Ziel erreicht, Börgernde
Presseerklärung von Sven Giegold zum Polizeieinsatz
(Sven war bei der Blockade in Börgerende mit dabei)
Die Tagesnachrichten bei G8-TV
Auf der Blockade bei Bad Doberan (Galopprennbahn) wurde ein "agent provokateur" entlarvt. Ein vermeintlicher Autonomer forderte andere zum Steine werfen auf, zur Rede gestellt erkannten ihn Blockadeteilnehmer aus Bremen als Bremer Zivilpolizisten. Hier der ausführliche Bericht mit Links zur bürgerlichen Presse bei Indymedia.
Das war der Gipfel -Samstag 2.6.07-
Das war der Gipfel -Sonntag 3.6.07-
Das war der Gipfel -Montag 4.6.07-
Das war der Gipfel -Dienstag 5.6.07-
Früh 6.00Uhr wecken und Frühstück. H. fährt den ersten Teil der Gruppe nach Punkt B, also Admannshagen wo eine Mahnwache als Treffpunkt der Blockadeteilnehmer vom Camp Rostock angemeldet ist. Von unterwegs der Anruf, Auto wurde gestoppt, Festnahme befürchtet, der Rest der Gruppe solle mit der S-Bahn den anderen Weg über Lütten Klein benutzen. In Lütten Klein angekommen, Anruf: 45 min. in Kontrolle aufgehalten, versucht anderweitig zum Treffpunkt zu kommen. Wir fahren mit einem anderen Auto mit. Unser Logistikfahrzeug fährt dafür andere Teilnehmer zum Punkt B. Nach Polizeikontrolle in Admannshagen erreichen wir dann den Sportplatz, der Ort der angemeldeten Mahnwache. Hier treffen immer mehr Teilnehmer der "Mahnwache" ein, auf Anfrage einer Polizeibeamtin, die uns an einer Sperre unterwegs kontrollierte, was das Thema sei, meinte L. trocken, wir würden gegen die Verschmutzung der Warnow protestieren.
Es werden immer mehr auf dem Sportplatz…Menschen zu Fuß in kleinen Gruppen, als Marschblöcke, in Bussen… ich schätze, dass es ca. 2-3000 sein werden.
Dann die Durchsage "Die Sahneschnittchen zu den Punkten". Spannung liegt in der Luft…Fahnen in blau, rot, gelb und hellblau) werden hochgehalten, (der 5.Finger, orange wird den anderen zugeordnet) sind Treffpunkt für die einzelnen eingeteilten Bezugsgruppen. Dann geht es los, ein Marschblock biegt sofort in die Felder ab, wird von Polizei verfolgt, die anderen Blöcke nehmen die Strasse, Polizeikräfte blockieren, diese werden durch abbiegen in die Felder umgangen, ein Katz- und Maus-Spiel beginnt, es steht 1:0 für uns.
Quelle: Attac
Polizei gibt die, nun sinnlose Sperre auf, zieht sich zurück, wir vereinigen uns wieder bei Admannshagen-Ausbau und ziehen in Richtung Steinbeck, hier sehen wir in der Ferne schon starke Polizeikräfte mit Wasserwerfer auf der Ortsverbindungsstrasse nach Neu-Rethwitz. Nun kommt die 5-Finger (eigentlich in diesem Fall 4-Finger-)Taktik zum Tragen. Die einzelnen Blöcke marschieren gespreizt wie die Finger einer Hand auf die Kette zu.
Quelle: Attac
Diese kann die Sperre auf der gesamten Breite nicht halten und zwei Marschblöcke können in Formation die Strasse überqueren. Wir stehen den stärksten Polizeikräften gegenüber, binden diese. Da links das Auseinanderziehen wegen der Ortschaft Neu-Rethwisch nicht möglich ist, an der rechten Flanke Polizeikräfte im Feld agieren, marschieren wir auf die Sperre zu, auf Signal spreizen sich die Glieder unseres Fingers, dann die Bezugsgruppen in den Gliedern und schließlich die Bezugsgruppen selbst, so dass wir in breiter Front auf die Sperre, teilweise mit erhobenen Händen zugehen. Empfang mit Wasserwerfer, es werden Tränengasgranaten geworfen und als wir uns immer noch nicht aufhalten lassen, wird Pfefferspray aus nächster Nähe gegen uns eingesetzt.
Quelle: Attac
Nur wenige schaffen es die Sperre zu überwinden, aber wie ich später einem Reporter ins Mikro sage, weil wir hier die Kräfte gebunden haben, schafften es die anderen und nur die Mission ist wichtig! Ich werde von einem Sanitäter behandelt, er empfiehlt mir eine Baumgruppe im rückwärtigen Raum. Hier treffen dann noch 3 weitere Mitglieder unserer Bezugsgruppe "Palme" ein, 2 davon ebenfalls von Pfefferspray getroffen. Komplett werden wir, nachdem die Polizei einen Kessel auf freiem Feld aufgibt und mit 6 Hubschrauber, die im Feld landen, abfliegt. Wir beraten und beschließen dem Tross zu folgen. Die Polizei ist abgezogen, der Weg ist frei und wir beeilen uns die anderen einzuholen. In der Ferne sehen wir schon die Überwindung der nächsten Sperre, auch hier Wasserwerfer im Einsatz. Als wir die Strasse erreichen ist auch hier die Polizei abgezogen und wir holen den roten Marschblock nach einer Weile ein. Nun schwenken wir 90° und marschieren auf Börgerende zu. Die dortigen Polizeikräfte leisten nur noch wenig Widerstand und so wie wir die Strasse, unser Ziel (Punkt C) erreichen, setzen wir uns nieder.
Die Überraschung ist perfekt, wir haben die Polizeikräfte mit ihren Fahrzeugen eingeschlossen. Die Blockadeleitung verhandelt mit der Polizei und nach einem Delegiertentreffen der Bezugsgruppen wird beschlossen ihnen freien Abzug zu gewähren, wenn im Gegenzug ein Lautsprecherwagen unserer Leute in die Blockade mit hinein darf.Wir richten uns für länger ein, Polizei provoziert noch ein paar Mal mit Aktionen, eine Teilblockade wird geräumt und schließt sich der Hauptblockade an… aber insgesamt verläuft es relativ ruhig.
Quelle: Attac
Kulturgruppen treten spontan auf, Anwohner versorgen uns mit Trinkwasser.
23.00 Uhr steht die Frage, bleiben oder am nächsten Tag wieder kommen. Hintergrund ist, dass Blockadeverantwortliche am Ende ihrer Kräfte sind… ca. 600 Blockier bleiben, über 1000 ziehen nach langwierigen Verhandlungen mit der Polizei als Demozug über die Strasse nach Rostock! Von unserer Gruppe wollen 3 bleiben und drei mit ins Camp.
Meinem Auge geht es nicht so gut, die Bindehaut ist entzündet, wir rufen im Camp an, ziehen über die Felder nach Nienhagen und werden dort mit dem Auto abgeholt. Wir haben noch den Auftrag einen Verletzten unterwegs aufzunehmen, am Treffpunkt ist aber niemand mehr.
Nach einem Besuch der Sanistation im Camp, das Auge wird gespült, liegen wir gegen 1.30Uhr totmüde aber zufrieden in unseren Schlafsäcke.
Links:
Der Film bei G8-TV zu unserer Blockade: -->hier
- sammeln in Admannshagen und Abmarsch
- erste Polizeisperre
- zweite Polizeisperre
- Ziel erreicht, Börgernde
Presseerklärung von Sven Giegold zum Polizeieinsatz
(Sven war bei der Blockade in Börgerende mit dabei)
Die Tagesnachrichten bei G8-TV
Auf der Blockade bei Bad Doberan (Galopprennbahn) wurde ein "agent provokateur" entlarvt. Ein vermeintlicher Autonomer forderte andere zum Steine werfen auf, zur Rede gestellt erkannten ihn Blockadeteilnehmer aus Bremen als Bremer Zivilpolizisten. Hier der ausführliche Bericht mit Links zur bürgerlichen Presse bei Indymedia.
4 Kommentare - Kommentar verfassen Gelesen: 572 mal

















ich muss dir sagen, dass ich echt zu viel Muffe habe, um mich mit den Polizisten auseinanderzusetzen. Ich war noch nie auf Demos und möchte mich eigentlich nicht mit der Polizei anlegen. Aber euer Protest war ja weitgehend friedlich. Wie schon einige anmerkten, ist nicht mal sicher, ob da nicht von außen was aufgestachelt wurde. Und auch wenn einige ausfallend wurden, so war doch die Masse Demonstranten friedlich und das finde ich gut.
Danke für deine Sicht des Gipfels. Ist besser als die Nachrichten im Fernsehen, die teils sensationsgeil waren. Ich mag solche aufgebauschten Meldungen nicht, sondern liebe Berichte von Leuten, die es direkt erlebt haben.
Liebe Grüße, Irmgard